Vom Hilferuf zur neuen Filiale

Seit drei Jahren bringt der Bioladenbetreiber «Holabox» frische Lebensmittel aus der Region nach Winterhur. Doch das Bio-Laden-Startup, das auch unser Lädeli im Inneren Lind betreibt, kämpft seit einiger Zeit ums Überleben. Ganz überraschen eröffnen die Self-Checkout-Pioniere nun eine neue Filiale im Mattenbach-Quartier.

Quartiertreffpunkt und bester Standort der "Holabox" - das Lädeli im Inneren Lind
Vielleicht habt ihr ihn gesehen: den Zettel neben der Selfscanning-Kasse. Anfang Jahr hiess es dort noch etwas kryptisch, man wolle die «Holabox» «umtopfen» und suche dafür Unterstützung. In den Sommerferien wurde der Ton deutlicher – plötzlich war sogar von einem möglichen Ende des Projekts die Rede.
«Das war wohl etwas zu drastisch formuliert», beschwichtigt Bruno Arnold, Mitbegründer und Geschäftsführer der «Holabox». Und fasst die Lage so zusammen: «Der Laden läuft, aber wir müssen uns dringend weiterentwickeln.»
Das Innere Lind ist der beste Standort
Was vor über vier Jahren mit zwei Containerboxen begann, ist in Winterthur zu einem festen Begriff für Bioprodukte direkt vom Hof geworden. Während Mitbewerber wie «Rüedu» kürzlich aufgegeben haben, will Bruno Arnold weitermachen – und der wichtigste Grund dafür ist unser Lädeli. Die Zusammenarbeit mit der Ladengenossenschaft sei ein Glücksgriff gewesen, sagt er. Die «Holabox» im Inneren Lind laufe mit Abstand am besten.
Nach drei Jahren zeigen sich aber auch die Grenzen einer kleinen Firma, die aus viel Enthusiasmus entstanden ist. «Nach wie vor arbeite ich zu viele Stunden ohne Bezahlung für das Projekt», sagt der gelernte Agronom offen.
Geschäftsleitung gesucht
Der Zettel an der Kasse war ein Hilferuf – auf den leider kaum Reaktionen kamen. «Wir suchen seit geraumer Zeit eine Person für die Geschäftsleitung und eine Neuausrichtung», sagt Arnold. Meist scheitere es an den Lohnvorstellungen. Jüngste Gespräche geben nun aber Grund zur Hoffnung: «Wir sind auf gutem Wege und für alles offen.» Denkbar sei etwa auch eine Zusammenarbeit mit einem ähnlich ausgerichteten Laden.
Das Erfolgsrezept im Inneren Lind ist für ihn klar: die Kombination aus Laden und Quartiertreffpunkt. Genauso klar ist aber auch, dass marktübliche Mieten nicht zu bezahlen wären. «Dass der Laden im Inneren Lind läuft, ist nur möglich, weil wir ein unglaublich tolles Team und eine grosse Zahl freiwilliger Helferinnen aus dem Quartier haben, die zum Beispiel jeden Sonntag die Zöpfe einfüllen – und das darf hoffentlich so bleiben.»
Die unerwartete Wende
Seit dem Gespräch fürs Lindblatt hat sich einiges getan – und zwar in eine Richtung, mit der kaum jemand gerechnet hätte: Statt zu schrumpfen, wächst die «Holabox». Ab dem 3. Oktober 2026 gibt es eine neue Filiale «Deutweg» bei der Zwinglikirche, am Unteren Deutweg 13 in Winterthur. Es ist nach der St. Georgenstrasse, dem Lagerplatz und dem Campo der vierte Standort.
Für uns im Inneren Lind ist das eine gute Nachricht. Sie zeigt, dass das Konzept trägt – und dass die «Holabox» an ihre Zukunft glaubt. Die Arbeit ist damit aber nicht erledigt: Damit unser Lädeli der Standort bleibt, der am besten läuft, braucht es weiterhin euch.
Was ihr tun könnt
Kauft im Lädeli ein – jeder Einkauf hilft direkt.
Helft mit: Freiwillige sind immer willkommen, zum Beispiel beim Zöpfe-Einfüllen am Sonntag.
Kennt ihr jemanden, der oder die sich eine Geschäftsleitung bei der «Holabox» vorstellen kann? Sagt es weiter.
Werdet Genossenschafter:in der Ladengenossenschaft Inneres Lind und stärkt so die Grundlage für den Laden.
Meldet euch direkt im Lädeli oder bei uns vom Vorstand. Damit das Lädeli bleibt, was es ist: unser Laden und unser Treffpunkt.
Dieser Beitrag basiert auf einem Artikel im Lindblatt, September 2026.



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